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21.11.2019, 07:47 Uhr
CDU fordert kommunal getragenes Medizinzentrum
Antrag im Kreistag eingebracht
 
 Gerne unterstütze ich die Forderung nach einem kommunal getragenen Medizinzentrum. Auf Initiative meines Kreistags- und Ratskollegen Carlos Mateo (Arzt) hat die Kreistagsfraktion aktuell einen entsprechenden Antrag eingebracht um der sich zuspitzenden Situation insbesondere fehlender Kinderärzte entgegen zu wirken.

Folgend die entsprechende Pressemitteilung und Antragsentwurf:

„Die Goslarer CDU Kreistagsfraktion ist über die Entwicklung der kinderärztlichen Versorgung im Landkreis Goslar stark beunruhigt und drängt auf aktives Vorgehen der politischen Gremien. 

 

Die Entwicklung kommt nicht überraschend. Bereits vor vielen Monaten wurde im Zusammenhang mit der Änderung des kinderärztlichen Notdienstes, die zunehmend schlechte Versorgung im kinderärztlichen, aber auch hausärztlichen Bereich mit Sorgen wahrgenommen.

 

Die CDU Kreistagsfraktion hatte vor diesem Hintergrund bereits vor einem Jahr einen Haushaltsbegleitantrag zur Einrichtung eines kommunalen MVZ gestellt. Leider wurde der Antrag mit der Kreistagsmehrheit abgelehnt.

Inzwischen ist ein Jahr verloren und die Lage der ärztlichen Versorgung spitzt sich dramatisch zu.

 

Daher wirbt die CDU Fraktion in diesem Jahr bereits im Vorfeld der Haushaltsberatungen, um Unterstützung für den Antrag zur Vorbereitung und Gründung eines kommunalen MVZ (Medizischem Versorgungs Zentrum).

 

Die Einzelheiten und Begründung sind im nachfolgendem Kreistags-Antrag aufgeführt.“

 

Hezliche Grüße,

 

Carlos Mateo

 

 

 

 

Antrag gemäß GO 

 

Sehr geehrter Herr Landrat,

 

die CDU Kreistagsfraktion stellt folgenden Haushaltsbegleitantrag zum HH 2020:

 

„Zur Planung und Vorbereitung eines kommunalen Ärztehauses (MVZ) werden 50.000 € in den kommenden Haushalt eingestellt.“

 

Begründung:

 

Es wird zunehmend schwieriger frei werdende Kassenarztsitze wieder zu besetzen. Bei einigen Facharztgruppen ist schon jetzt die Situation so,  dass der Versorgungsauftrag innerhalb unseres Landkreises nicht sichergestellt werden kann. 

So nehmen niedergelassene Kinderärzte wegen Überlastung keine neuen Patienten mehr auf. Die Folge ist, dass neugeborene oder zugezogene Kinder oft in Nachbarlandkreisen betreut werden müssen. 

 

Junge Ärzte scheuen eine selbstständige Niederlassung in eigener Praxis und die damit verbundenen wirtschaftlichen Risiken. Sie ziehen ein angestelltes Verhältnis im Krankenhaus oder einem MVZ vor, da dort zusätzlich eine regelmäßigere, planbare Arbeitszeit angeboten werden kann.

 

In Büsum war die Situation vergleichbar. Dort konnten freiwerdende Kassenarztsitze oft nicht wieder besetzt werden. Das hat sich mit der Gründung eines kommunalen MVZ grundlegend geändert. Auf eine neue Stelle im MVZ gibt es Bewerbungen aus dem ganzen Bundesgebiet und Vakanzen bestehen nicht mehr.

 

Für den Landkreis Goslar bietet sich ein ähnliches Modell an. Hier könnte eine vom Landkreis zu gründende gGmbH als Träger eines MVZ agieren. Die Vorteile wären, dass junge Ärzte insbesondere junge Eltern, im Angestelltenverhältnis, auch in Teilzeit, ihren Beruf ausüben könnten und befreit wären von organisatorischen und wirtschaftlichen Verpflichtungen.

 

Das kommunale MVZ könnte dezentrale Zweigstellen in weniger zentral gelegenen Ortschaften einrichten und damit die Versorgung z.B. von Kinder- und Hausärzten im ländlichen Raum fördern.

Die angestellten Ärzte könnten somit einen deutlich größeren Versorgungsbereich abdecken.

 

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