Meine Sichtweise

Farbattacken und der politische Umgang
Mein Kommentar vom 01.03.2020

Zu allererst freuen mich die vielen positiven Unterstützungsbekundungen gegenüber der Familie von Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk in den vergangenen Tagen.

 

Ursache waren Farbschmierereien an seinem Wohnhaus, welche feige in der Nacht erfolgten. Feige, weil man sich einer öffentlichen Diskussion nicht stellen wollte oder konnte oder ihr einfach auch nicht gewachsen war oder ist. 

 

Unverantwortlich zudem, weil in diesem Haus vier Kinder leben. Daher ist eine solche Tat unverzeihlich.

 

Ich möchte deutlich zum Ausdruck bin, gerade weil ich in meiner Funktion als Fraktionsvorsitzender der CDU Goslar sehr viele Termine und Begegnungen mit Oberbürgermeister Dr. Junk wahrnehme, dass ich seinen Einsatz für unsere Stadt Goslar sehr schätze. Ja, er geht einer kontroversen Diskussion nicht aus dem Weg und eckt auch mal an. Aber er hat stets eines im Blick – das Wohl unserer Stadt.

 

Ich weiß auch, dass es niemand allen Menschen recht machen kann und dass es immer andere Meinungen geben kann und auch muss. Aber dieses mit Gewalt oder Sachbeschädigungen an fremden Eigentum auszuleben, ist nicht akzeptabel und zu verurteilen.

 

Gerne möchte ich aber auch den Blick auf zwei weitere Aspekte richten. 

 

Auch gewöhnliche Ratsmitglieder sehen sich gelegentlich verbalen Anfeindungen gegenüber oder werden pauschal als dumme oder uninformierte Personen angegangen, der Kritiker weiß es eben immer besser. Für mich gesprochen, nehme ich sicher nicht für mich in Anspruch, immer richtig zu liegen. Nein, ich weiß sogar, dass es auch schon Entscheidungen gegeben hat, die aus heutiger Sicht zu überdenken wären. 

 

Aber: sämtliche Ratsmitglieder sind ehrenamtlich tätig, verbringen viel (Frei-) Zeit mit der Vorbereitung und Entscheidungsfindung und setzen sich (hoffentlich) auch mit den Meinungen Andersdenkender auseinander. 

Daher erscheinen mir pauschale Verunglimpfungen als unangebracht.

 

Ein weiterer Aspekt ist aber sicher auch der Umgang im politischen Raum untereinander. Von „harten Bandagen“ schrieb neulich ein Kollege, aber wer definiert diese? Aus meiner Sicht sollten persönliche Beleidigungen unterbleiben und Sprache und Vokabeln sollten ein Niveau haben, welches druckreif ist. 

 

Diese Verantwortung haben wir auch. 

 

Norbert Schecke